Weitere ORF-„dokFilm“-Premiere zum Holocaust-Gedenktag: Auf den Spuren der „Kunst aus dem Todeslager“

Am 29. Jänner um 23.05 Uhr in ORF 2

Wien (OTS) – Eine weitere „dokFilm“-Premiere im Rahmen des ORF-Programmschwerpunkts zum Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust präsentiert ORF 2 am Sonntag, dem 29. Jänner 2023: Für die Produktion „Kunst aus dem Todeslager“ (23.05 Uhr) begab sich Regisseur Manfred Van Eyk in Österreich, Deutschland, Polen und der Tschechischen Republik auf die Spuren von Kunstwerken, die in dortigen Konzentrationslagern entstanden sind. Denn selbst an diesen unfassbaren Orten der Grausamkeit, des Elends und Sterbens wurde Kunst produziert: teils von den Nazis angeordnet, teils im Geheimen, als letzter Akt des Widerstands – Kunst als wesentlicher Ausdruck des Humanen, als menschliches Grundbedürfnis und Zeugnis von Resilienz.
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In der kollektiven Wahrnehmung und Erinnerung sind die Bilder des Grauens aus den Konzentrations- und Vernichtungslagern der Nationalsozialisten tief eingebrannt. Allein die Erwähnung der Namen Auschwitz, Buchenwald oder Mauthausen ruft immer wieder diese Bilder auf, die für die unfassbare Unmenschlichkeit aus Menschenhand stehen. Doch selbst hier wurde Kunst in ihren unterschiedlichsten Formen hergestellt. Kunst als Überlebensmittel gegen Zerstörung, Kunst gegen die Entmenschlichung, Kunst im Auftrag des NS-Regimes, aber auch als Akt des Widerstands, heimlich unter Lebensgefahr wurde gezeichnet und gemalt, arbeiteten Bildhauer und Modellbauer, wurden Konzerte aufgeführt und Theater gespielt.
Gefangene schufen Gemälde und andere Kunstgegenstände, die die SS-Schergen verkauften oder ihren Familien heimschickten. Im oberösterreichischen Mauthausen fertigten Insassen die Skizzen der Tatorte an, an denen Mitgefangene angeblich beim Fluchtversuch umgekommen sind. Im KZ Buchenwald mussten die Häftlinge bei eisiger Kälte das Buchenwaldlied, komponiert und geschrieben von Hermann Leopoldi und Fritz Löhner-Beda, einstudieren, bis es in den Ohren ihrer Peiniger perfekt klang. Neben dieser erzwungenen Kunst gab es aber auch illegale Zeichnungen, die der Außenwelt Einblick in das tatsächliche Lagerleben geben konnten. So gelang es dem Tschechen Bedrich Fritta, viele hundert Zeichnungen über das Elend in Theresienstadt anzufertigen und aus dem Lager zu schmuggeln.
Die Kunst, ob erzwungen oder heimlich hergestellt, war für die Häftlinge überlebenswichtig. Sie schützte sie nicht nur vor wesentlich härterer Arbeit und Repressalien: Die schöpferische Tätigkeit war zudem eine der wenigen Fluchtmöglichkeiten aus der alltäglichen Hölle.
Filmemacher Manfred Van Eyk begibt sich auf die Suche nach den Kunstwerken und ihren Schöpfern und trifft dabei auf übergroßes Leid, auf unschätzbare Zeugnisse für die grausame Realität der Lager, aber auch auf einen nicht zu brechenden Überlebenswillen.

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