JW-Konjunkturbarometer: Junge Betriebe vorsichtig optimistisch für 2023

„Unsere jungen Betriebe sind bereit für Wachstum, auch in fordernden Zeiten blicken sie mit Zuversicht in die Zukunft. Wir müssen ihnen daher möglichst alle Hürden aus dem Weg räumen, denn das junge Wachstum von heute sind die Jobs und die Wertschöpfung von morgen“, so Harald Mahrer, Präsident der Wirtschaftskammer Österreich, der gemeinsam mit Bettina Pauschenwein, der neuen Bundesvorsitzenden der Jungen Wirtschaft das JW-Konjunkturbarometer präsentierte. „Wir sehen anhand der Ergebnisse sehr klar, dass die Teuerung und auch der Arbeitskräftemangel den jungen Betrieben massiv unter den Nägeln brennen. Das ist unser Handlungsauftrag, aus dem sich unsere Forderung nach einem jungen Wachstums- und Fairnesspaket ableitet“, so Pauschenwein, die drei Schwerpunkte nennt: Nachhaltige Entlastung, eine wirksame Arbeitsmarktreform und Klimaschutz mit Hausverstand.

„Wir müssen durch steuerliche Anreize in Form eines Beteiligungsfreibetrages privates Kapital für KMU und Start-ups mobilisieren und Betriebsübergaben erleichtern“, so Pauschenwein, die darüber hinaus die Einführung der KESt-Behaltefrist, die steuerliche Gleichstellung von Fremd- und Eigenkapital sowie die dauerhafte Etablierung des Verlustrücktrags zur Liquiditätssicherung forderte. Im Kampf gegen den Arbeitskräftemangel müsse die Politik vor allem auf den Ausbau der Kinderbetreuung, auf die Förderung von (Aus-)Bildung für besser qualifizierte Arbeitskräfte, die Senkung der Lohnnebenkosten sowie auf verstärkte Arbeitsanreize setzen.

„Letzteres umfasst die Steuerbegünstigung von Überstunden sowie Mitarbeiterbeteiligungsmodelle. Aber wir müssen uns auch die Rahmenbedingungen beim Arbeitslosengeld etwa was Zuverdienstgrenzen angeht, genau anschauen“, betonte Pauschenwein. Zu guter Letzt brauche es Klimaschutz mit Hausverstand: „Nachhaltigkeit ist Österreichs Jungunternehmer:innen ein großes Anliegen. Gleichzeitig müssen wir unsere Wettbewerbsfähigkeit im Auge behalten und beides in Einklang bringen. Mit den richtigen Rahmenbedingungen klappt das auch.“

Junge Wirtschaft mit neuem Bundesvorstand

Im Zuge des Pressegesprächs stellte die JW-Bundesvorsitzende auch den neuen Bundesvorstand der Jungen Wirtschaft vor. Neben Bettina Pauschenwein (Pauschenwein Creatives Wohnen GmbH) engagieren sich künftig Verena Eugster (w3 create GmbH), Claudia Falkinger (Punkt vor Strich GmbH) sowie Dominik Jenewein (Jewa Profi-Massmöbel GmbH) an führender Stelle für die Belange der österreichischen Jungunternehmer:innen. Unterstützt wird der Bundesvorstand vom neuen Bundesgeschäftsführer Lukas Sprenger. Als Schwerpunkte hat der neue Bundesvorstand u.a. die Themen Finanz- und Wirtschaftsbildung, Entlastung, Innovation & New Work sowie die Stärkung des JW-Netzwerkes als zeitgemäße Businessplattform – erarbeitet – inhaltlich auch entlang dessen, was junge Unternehmen in Österreich laut aktuellem JW-Konjunkturbarometer bewegt.

„Leistbare Energie und qualifizierte Mitarbeiter:innen seien ebenso entscheidend, wie Investitionskapital. Gerade bei letzterem haben wir noch viel Luft nach oben, andere Länder sind da schon weiter“, so Mahrer, der als konkrete Möglichkeit zur Mobilisierung von Wachstumskapital einen eigenen Dachfonds nannte, der das derzeit stillliegende Kapital von institutionellen Investoren wie Versicherungen und Stiftungen aktivieren könnte. Mahrer: „Damit lässt sich eine komplett neue Eigenkapitalquelle für junge Unternehmen, Start-ups und für KMU schaffen. Gleichzeitig müssen wir privates Kapital aktivieren. Das könnte nach internationalem Vorbild durch Etablierung einer Wagniskapitalfondsstruktur geschehen – etwa mit Fokus auf digitalen sowie nachhaltigen Unternehmen.“ Laut Expertenschätzungen könnten damit 500 Mio. Euro an zusätzlichen Eigenkapitalinvestitionen in KMU fließen.

JW-Konjunkturbarometer: Die Ergebnisse

Im Ergebnis der vom Market-Institut durchgeführten Umfrage blickt die Mehrheit der rund 1.800 Befragten vorsichtig optimistisch auf das Jahr 2023. Rund 57 Prozent wollen gleich viel investieren wie 2022 oder die Investitionen sogar steigern, 42 Prozent wollen 2023 zusätzliches Personal einstellen, bei Betrieben mit mehr als 50 Beschäftigten sind es sogar rund 80 Prozent. Hauptproblem bleiben für die große Mehrheit die Energiekosten – dementsprechende Forderungen gehen daher von der Erschließung neuer Energiequellen (46 Prozent), der Entkopplung von Strom- und Gaspreis auf EU-Ebene (44 Prozent) bis hin zur raschen und unbürokratischen Umsetzung des Energiekostenzuschusses II.

Mit Blick auf die nächsten Generationen plädiert die Mehrheit der Befragten (56 Prozent) zudem für eine „Klimapolitik mit Hausverstand“, damit die Wettbewerbsfähigkeit auch künftig gesichert ist. Ebenso auf der Agenda steht das Setzen von Anreizen zum Arbeiten über das Regelpensionsalter hinaus. Als klare Wachstumshürde wird der Arbeitskräftemangel eingeschätzt: 28 Prozent der Betriebe mit mehr als zwei Mitarbeitern leiden darunter, bei den Unternehmen mit mehr als 51 Beschäftigen sogar 74 Prozent. Als wichtigste Maßnahme wird die Steuerbefreiung von Überstunden (54 Prozent) gesehen, dicht gefolgt von der Verbesserung der Kinderbetreuung (51 Prozent) und mehr Beschäftigungsanreizen für Arbeitslose (50 Prozent). Relevant in diesem Zusammenhang ist auch die Finanz- und Wirtschaftsbildung künftiger Arbeitskräfte, wofür vor allem Schulen und Lehrpläne (64 %) die entscheidende Rolle spielen.

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