Google zittert vor Justiz-Hammer

Google zittert vor Justiz-Hammer

In den USA bekommt Google Probleme mit dem Justizministerium. Im schlimmsten Fall droht die Zerschlagung des Unternehmens.

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Washington, 25. Jänner 2023 | Justitia holt zum Schlag aus. Das US-Justizministerium und acht US-Bundesstaaten haben am Dienstag eine Klage gegen Google eingebracht. Pläne des Ministeriums sehen außerdem die Zerschlagung des Konzerns vor. Die Onlinewerbetechnologie solle demnach vom Rest des Unternehmens abgetrennt werden.

Marktmacht missbraucht

Google hätte seine Vorrangstellung im Onlinemarketing ausgenutzt, um potenzielle Konkurrenten frühzeitig zu „neutralisieren oder eliminieren“, hieß es in der Klageschrift. So kontrolliere Google etwa alle nötigen Teilbereiche im Onlinewerbemarkt. Diesen Umstand habe das Unternehmen dazu genutzt, die Regeln im sogenannten „Ad-Tech“-Markt zum eigenen Vorteil umzugestalten. Werbekunden würden so mehr zahlen müssen und wären letztendlich benachteiligt, so ein weiterer Vorwurf der Klage.

Google gegen Markteingriff

Der Konzern verteidigte sich mit gewohnt marktliberaler Rhetorik. Der Staat versuche, „Gewinner und Verlierer im hart umkämpften Sektor der Werbetechnologie zu bestimmen“, so die Empörung. Justizminister Merrick Garland konterte: „Wir bestimmen nicht Gewinner oder Verlierer, wir nehmen uns diejenigen vor, die gegen Wettbewerbsregeln verstoßen.“

Keine Monopole

In den USA sind genauso wie in der Europäischen Union Monopole nicht erwünscht. „Kapitalismus ohne Wettbewerb ist kein Kapitalismus, sondern Ausbeutung“, stellte auch US-Präsident Joe Biden einige Zeit nach seiner Angelobung klar. Dominiert ein Unternehmen den Markt, führt das in der Regel zu höheren Preisen.

Wichtigster Geschäftszweig

Digitale Werbung zeichnet für Google laut „Guardian“ für rund 80 Prozent des Gewinns verantwortlich. Daraus wird verständlicher, warum der Konzern kleinere Konkurrenten vermehrt aufgekauft hat, bevor diese Google gefährlich werden konnten. Doch die Teuerung macht sich auch bei Google bemerkbar: Die Bereitschaft von Werbekunden, große Summen für Werbung auszugeben, sei angesichts der pessimistischen Wirtschaftslage gesunken.

(dp)

Titelbild: ROBYN BECK / AFP / picturedesk.com / Montage ZackZack

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