„Es tut mir so leid für die vielen Leute“

Von Michael Schuen und Georg Michl

Clement Noel konnte sein Glück gar nicht fassen. Der Franzose, der in dieser Saison noch nicht so recht durchstarten wollte, fuhr auf der Planai von Rang sieben nach dem ersten Lauf noch zu seinem neunten Sieg im Weltcup. „Das ist“, meinte der Olympiasieger, „unglaublich, ein Sieg im vielleicht besten Rennen der Saison.“ Das „Vielleicht“ kann er getrost streichen. Denn die Party, die die rund 40.000 Fans den Stars auf der Planai bereiteten, ist einzigartig.

Und beinahe hätte Manuel Feller dafür gesorgt, dass der Partylevel in den roten Bereich ausgeschlagen wäre. Nach Platz zwei im ersten Lauf griff er voll an, denn: „Um Zweiter zu werden, stehe ich ja nicht am Start.“ Doch das Pech scheint den Österreichern derzeit irgendwie an den Skischuhen zu kleben. Denn zwei Fehler kosteten zu viel Zeit – es gab den bitteren vierten Platz für den Fieberbrunner, der im Vorjahr noch Dritter geworden war. „Den Platz würde ich gerne mit dem heutigen eintauschen. Das tut wirklich weh, es ist wohl der bitterste vierte Platz meiner Karriere.“

Was der 30-Jährige damit meinte: „Nach zwei Ausfällen nimmt man das schon mit, aber es tut mir so leid um die vielen Leute. Schade, weil die Leute hier leben den Skisport noch, wie man sieht. Umso schader, dass wir momentan ein bisschen holprig unterwegs sind.“ Sein Fazit: „Es war ein guter Lauf – aber leider nicht gut genug.“

Wie wahr: Denn Österreichs Slalom-Herren schalteten vor allem im zweiten Lauf auf Angriff – und scheiterten. Adrian Pertl schied aus. Marco Schwarz rettete sich zwar ins Ziel, fiel aber auf den 25. Platz zurück, Johannes Strolz kämpfte um eine Zielankunft, die gelang. Aber Platz 16 stellte ihn ob der vielen Fehler nicht zufrieden, „aber die Punkte nehme ich gerne mit“.

„Ich hab probiert, Gas zu geben, es war ein blöder Einfädler“, meinte Pertl. Und Landsmann Schwarz war nach dem „Fast-Ausfall“ nicht mehr ganz so grantig wie nach dem Aus in Kitzbühel. „Ich habe es probiert, im ersten Lauf bin ich runtergefahren, im zweiten habe ich attackiert. Da können Fehler einfach passieren.“

Und so war nach Feller Fabio Gstrein auf Rang neun zweitbester Österreicher. Nun bleibt noch ein Slalom vor der WM, um sich für das WM-Team zu empfehlen. Da muss Olympiasieger und Schladming-Sieger Noel dann besonders großen Druck aushalten. Deshalb verharrte er in Schladming im Moment: „Ich will das genießen und gerade nicht so an die Zukunft und die WM denken.“

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