Polizisten und Feuerwehrleute „massiv mit Böllern angegriffen“

In Berlin ist es rund um den Jahreswechsel zu mehreren Zwischenfällen mit Silvesterfeuerwerk gekommen. Wie die Polizei der Hauptstadt in der Nacht zum Sonntag auf Twitter schrieb, wurden Polizisten und Feuerwehrleute beim Löschen eines brennenden Autos „massiv mit Böllern angegriffen“.

„Wir sichern die Brandbekämpfung jetzt mit zusätzlichen Einsatzkräften“, hieß es. Im Stadtteil Tempelhof sei ein Linienbus mit Pyrotechnik und einem Feuerlöscher beworfen worden. Dabei sei die Frontscheibe zerstört worden. Im Stadtteil Lichtenrade versuchten laut Polizei 60 bis 80 Menschen, ein Fahrzeug mit Feuerwerk anzuzünden.

Ebenfalls in der Hauptstadt wurden die Scheiben eines Ladens „weggeböllert“. „Unsere Kolleg. kamen schnell und wurden dann sprichwörtlich unter Beschuss genommen“, twitterte die Polizei. Ein Beamter habe Verletzungen erlitten. In Mitte sei eine Frau durch einen Böller am Hals verletzt worden. Auch aus anderen Stadtteilen meldete die Polizei Einsätze im Zusammenhang mit Feuerwerk: „Idioten schießen gezielt mit Pyro auf Passanten in #Moabit.“

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Die Polizei Berlin meldete „deutlich“ mehr Einsätze als in den vergangenen beiden Jahren. Einem Sprecher der Polizei Berlin zufolge machte sich die Rückkehr erlaubter Pyrotechnik an Silvester in der Hauptstadt bemerkbar. Bei vielen Einsätzen sei es um Brände in Wohnungen und Fahrzeugen gegangen.

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Die Leute seien auf den Straßen und hätten offenbar viel Feuerwerkskörper einkauft. Sowohl Polizeibeamte als auch Feuerwehrleute seien bei Einsätzen durch Feuerwerkskörper verletzt worden, fügte der Sprecher hinzu. In mehreren Stadtteilen gezielt Fahrzeuge und Gebäude sowie Menschen mit Feuerwerkskörpern beschossen.

Seit 19 Uhr gilt für die Berliner Feuerwehr der „Ausnahmezustand Silvester“. Das heißt, dass etwa dreimal so viele Einsatzkräfte unterwegs sind wie normalerweise. Laut Feuerwehr sind mehr als 1200 Kräfte im Einsatz. Schon innerhalb der ersten Stunde rückte die Feuerwehr zu mehr als 40 Brandeinsätzen aus. Zu einem Großeinsatz kam es in der Urbanstraße in Kreuzberg, wo rund 70 Kräfte zwischenzeitlich einen Kellerbrand in einem siebengeschossigen Wohnhaus bekämpften.

Die Feuerwehr Berlin schrieb auf Twitter, dass ein Löschfahrzeug durch dem „Beschuss durch Pyrotechnik“ massiv beschädigt wurde. Die Leitstelle sei mit 70 Mitarbeitern besetzt. Bis Mitternacht seien bereits 674 Notrufe eingegangen, teilte die Feuerwehr mit.

Auf der Straße des 17. Juni hinter dem Brandenburger Tor hat die Polizei in der Silvesternacht mehrere Menschen festgenommen. Dies sei etwa wegen des Feuerns von Pyrotechnik, Körperverletzungen oder wegen des Gebrauchs von Schreckschusspistolen geschehen, sagte ein Polizeisprecher. Näheres wurde zunächst nicht bekannt.

Die ZDF-Silvesterparty war rund eine Stunde nach Mitternacht beendet. Die Polizei habe dann begonnen, die Menschen rund um das Brandenburger Tor zu ermuntern, nach Hause zu gehen.

Auf der Straße des 17. Juni hinter dem Brandenburger Tor lässt ein Mann eine Rakete aus der Hand starten
Quelle: dpa/Christophe Gateau

Tausende Menschen, die es nicht in den abgesperrten Bereich geschafft hatten, hatten sich dort und auf der Straße Unter den Linden versammelt. Es sei immer wieder zu Zwischenfällen und Konflikten auch mit Einsatzkräften gekommen, sagte der Polizeisprecher.

Die Berliner Polizei twittert seit dem Nachmittag über ihre Einsätze. Demnach rückten die Beamten in mehreren Fällen aus, weil Menschen mit Schreckschusspistolen um sich schossen. „In #Neukölln ballerte jemand neben unseren Kolleg. mit seiner Schreckschusswaffe rum. Oh Schreck, jetzt ist die Waffe weg“, hieß es in einem Tweet.

ZDF-Silvester-Show vor dem Brandenburger Tor in Berlin
Quelle: dpa/Jörg Carstensen

Im Minutentakt vermeldete die Polizei Einsätze wegen Schlägereien, Schüssen aus Schreckschusspistolen, Böller- und Raketenwürfen auf Passanten, Gebäude und Beamte. Stadtweit waren drei Böllerverbotszonen eingerichtet worden. Überall in der Hauptstadt wurde schon tagsüber geböllert – auch wenn dies offiziell erst ab 18 Uhr am Silvesterabend erlaubt war.

In den übrigen Bundesländern blieb es zunächst weitgehend ruhig. Die Polizei Sachsen sprach von „kleineren Bränden aufgrund von fehlgeleiteter Pyrotechnik“. Dem Polizeipräsidium Südhessen zufolge bewegte sich die Zahl der Einsätze wegen „Randalierern, Schlägereien und sonstigen Streitigkeiten“ bis Mitternacht „auf dem üblichen ‚Wochenendniveau‘“. Die Polizei Rheinland-Pfalz meldete brennende Mülltonnen in Worms sowie den Brand einer Gartenhütte in Linz am Rhein.

„Rappelvoll“: Feiernde begrüßen am Rheinturm in Düsseldorf das neue Jahr 2023
Quelle: dpa/Roberto Pfeil

Die Polizei in Düsseldorf rückte in der Silvesternacht nach Angaben eines Sprechers zu Einsätzen mit „diversen Randalierern und auf sich einschlagenden Personen“ aus. Die Einsätze verteilten sich über das ganze Stadtgebiet. Die Düsseldorfer Altstadt war nach Angaben eines dpa-Reporters „rappelvoll“. Berichte über Verletzte gab es am frühen Neujahrsmorgen zunächst nicht.

In Köln war die Polizei in der Silvesternacht nach Angaben einer Sprecherin mit Hunderten Kräften „an unterschiedlichen Hotspots“ im Einsatz. Mit zunehmendem Alkoholkonsum seien auch Böller in Richtung von Personen abgefeuert worden, sagte eine Polizeisprecherin. Außerdem sei es mit steigendem Alkoholpegel auch zu kleineren Auseinandersetzungen und Pöbeleien gekommen.

Rettungsdienste

Nach zwei Jahren Pause wegen der Corona-Pandemie durften in diesem Jahr in der Nacht zu Neujahr in Deutschland wieder Raketen und Böller gezündet werden. Zum Verkaufsstart am Donnerstag gab es vor einigen Geschäften bereits am Morgen lange Schlangen.

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