Löwen zeigen erneut Zähne

Von Günther Böhler

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Für den EC Bregenzerwald gab es auch im zweiten Ländle-Duell dieser Saison nichts Zählbares. Nach dem 6:0 in der Rheinhalle behielt der EHC Lustenau gestern Abend im Messestadion mit 4:2 die Oberhand, zog damit in der Tabelle der Alps Hockey League (AHL) mit den Wäldern gleich und geht aufgrund der besseren Tordifferenz als Vorarlbergs Nummer eins in der AHL ins neue Jahr. Zudem sammelten die Sticker wichtige Punkte im Kampf um die österreichische Final-Four-Teilnahme.

1:0 nach D’Alvise-Solo. Vor 1800 Derby-Fans nahm die Partie gleich ordentlich Fahrt auf. Nach nur 15 Sekunden zerstörte der Lustenauer Mads Larsen bei einem Versuch aus der Distanz seinen Schläger, und wenige Augenblicke später musste Teamkollege Philipp Koczera in die Kühlbox. Im Powerplay scheiterten dann Rene Tröthan (2.) und Richard Schlögl (3.) an EHC-Keeper Erik Hanses. Die Gäste hingegen machten es in Minute fünf vor. Chris D’Alvise schloss eine Einzelaktion erfolgreich zum 1:0 ab.

Im weiteren Verlauf verpassten es die Löwen, in Überzahl nachzulegen, und auch den Tigern war in numerischer Überlegenheit kein Torerfolg vergönnt. Und in der 14. Minute entluden sich erstmals die Emotionen bei einer Boxeinlage von ECB-Crack Julian Zwerger und Kevin Puschnik. Danach war viel Platz, und die Hausherren verbuchten zwei Hochkaräter. Hanses blieb aber sowohl gegen Kai Fässler als auch gegen Roberts Lipsbergs (15.) Sieger. Und da Gegenüber Felix Beck gegen Max Wilfan (17.) ebenfalls auf dem Posten war, nahm Lustenau den knappen Vorsprung mit in die erste Pause.

ECB wird bestraft. Die Bregenzerwälder starteten mit viel Elan in den Mittelabschnitt, erhöhten in einem erneuten Überzahlspiel nochmals das Tempo und kamen zu einigen guten Möglichkeiten. Doch Topscorer Waltteri Lehtonen und Co. konnten den Lustenauer Torhüter nicht bezwingen. Die mangelhafte Chancenverwertung wurde in der Folge bestraft.

Die Winzig-Truppe setzte zum Doppelschlag an und erhöhte innerhalb von nur zwei Minuten durch Lucas Haberl (30.) und Philipp Pöschmann – beide Akteure haben ECB-Vergangenheit – auf 3:0. Davon unbeeindruckt, schlugen die Juurikkala-Schützlinge kurz vor dem letzten Wechsel zurück. Roberts Lipsbergs (39.) verkürzte auf 1:3.

Shorthander macht alles klar. Der ECB, der am Mittwoch mit einem starken Schlussdrittel gegen Cortina den Sieg einfuhr, schaltete auch dieses Mal in den bei den Gegnern gefürchteten „Never-give-up“-Modus. Und als nach flottem Hin und Her in Minute 53 Marlon Tschofen der Anschlusstreffer zum 2:3 gelang, war eine spannende Schlussphase vorprogrammiert. In dieser nahmen die Wälder volles Risiko, doch selbst ohne Torhüter und einem Mann mehr am Eis (das sechste erfolglose Überzahlspiel) wollte der Ausgleich nicht gelingen. Ryan Hayes war es dann vorbehalten, 33 Sekunden vor Spielende mit einem „Empty-Net-Shorthander“ zum 4:2 alles klar zu machen.

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