Wenn eine Uhr verrückt machen kann!

Suchen Sie noch nach einem Motto für 2023? Eines könnte sein, sich mit dem kostbarsten Gut intensiver auseinanderzusetzen: dem begrenzten Gut der Zeit. Eine Bekannte nimmt sich wiederum vor, sich ihre Lebenszeit nicht mehr mit all den Krisen „versauen“ zu lassen. Das Morden auf dieser Welt könne sie ohnehin nicht beeinflussen, deshalb wolle sie keine Geschichten mehr lesen, die depressiv machen. Sie beschäftige sich nur mehr mit Dingen, die sie selbst beeinflussen könne.

Beeinflussen könnten wir ja im Grunde viel. Wie den Umgang mit der Lebenszeit, die wir oft ziemlich gedankenlos verschleudern. Heute um Mitternacht könnte somit ein Ziel lauten, das Leben 2023 bewusster zu leben. Im Wissen, dass mit keinem Vermögen dieser Welt abgelaufene Lebenszeit je zurückgekauft werden kann. Ein Vorsatz könnte also sein, was unzählige Philosophen seit Tausenden Jahren nahelegen. Mit jenem Gut sorgfältiger umzugehen, von dem wir nicht wissen, wann es zu Ende ist.

Ein bekannter Werbefachmann hält sich diese Realität ständig vor Augen. Seit Langem hat er in seinem Haus eine Lebenszeituhr stehen, die ihn nonstop an die – statistisch berechneten – verbleibenden Lebenssekunden erinnert. Die Uhr fordere ihn dazu auf, sagt er, das Beste aus seinem Leben zu machen und sich von Zeitfressern zu verabschieden.

Ob eine solche Uhr verrückt machen kann, weil sie unerbittlich den immer kürzeren Weg zum Grab anzeigt? Mit Sicherheit. Es sei denn, man hat die Weisheit von Antoine de Saint-Exupéry. Er meinte, wir sollten verrinnende Zeit nicht als etwas sehen, das uns verbraucht, sondern als etwas, das uns vollendet.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen für das neue Jahr gesunde, bewusste Lebenszeit! Und uns allen die Weisheit von Antoine de Saint-Exupéry.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.