Sport Austria: Drei Jahre im Amt – Präsident Niessl zieht (Zwischen-)Bilanz

Wien, 30. 12. 2022

Historische Erfolge in historisch schwierigen Zeiten
„Energiekostenzuschuss muss bei Gemeinnützigen ankommen“

Das 3. Jahr der fünfjährigen Amtszeit von Sport Austria-Präsident Hans Niessl neigt sich dem Ende zu. Mit der nachhaltigen Erhöhung der Besonderen Bundes-Sportförderung um 50% von 80 auf 120 Millionen Euro jährlich ist ein Leuchtturmprojekt seiner Präsidentschaft 2022 verwirklicht worden. Noch nie war sportpolitisch dermaßen viel in Bewegung.

Hans Niessl, Sport Austria Präsident

Seit November 2019 im Amt blickt Hans Niessl auf eine „überaus intensive Zeit“ zurück. Kaum gewählt, stellte sich Anfang 2020 die Coronakrise ein und rüttelte mit Sportverboten und Lockdowns an den Grundfesten der österreichischen Sportstruktur. Viele Medientermine und viele Verhandlungen mit der Bundesregierung waren nötig, um den heimischen Sport wieder zurück in sichere Gefilde zu führen. 165,6 Millionen Euro aus dem NPO-Fonds und 72 Millionen Euro aus dem Sportligenfonds bewahrten ihn schließlich vor dem Schlimmsten.

ANHEBUNG DER BESONDEREN BUNDES-SPORTFÖRDERUNG
„Definitiv Historisches“ ist mit der Anhebung der Besonderen Bundes-Sportförderung von 80 auf 120 Mio. Euro gelungen. Niessl: „Diese deutliche – gemeinsam mit den Dach- und Fachverbänden – erreichte Erhöhung federt einerseits den Inflationsverlust der vergangenen elf Jahre ab und bietet dem Sport anderseits die Möglichkeit, sich weiterzuentwickeln.“ Aber auch bei der erstmaligen Erhöhung der Pauschalen Reiseaufwandsentschädigung (PRAE), 2009 eingeführt, aber seither nie erhöht, von 540 Euro auf 720 Euro pro Monat handle es sich um eine „Investition, die Österreichs Sport Kraft gibt“.

TÄGLICHE BEWEGUNGSEINHEIT IST GEKOMMEN, UM ZU BLEIBEN
Einen weiteren sportpolitischen Erfolg gab es bei der Täglicher Bewegungseinheit: Diese startete nach intensiven Vorarbeiten von Sport- und Bildungsministerium sowie Sport Austria im Herbst in Pilotregionen aller Bundesländer. In diesem und dem nächsten Schuljahr wird das 3-Säulen-Modell einem Praxistest unterzogen, evaluiert und für die österreichweite Ausrollung vorbereitet. Niessl: „Die Tägliche Bewegungseinheit ist gekommen, um zu bleiben!“

Besonders angetan haben es dem Präsidenten auch die Sport Austria Finals und die Unterstützung des rotweißroten World Games-Teams. Niessl: „Unsere World Games-Mannschaft war 2022 mit zweimal Gold, einmal Silber und einmal Bronze sowie weiteren Top-Platzierungen in den USA äußerst erfolgreich. Diese Unterstützung ist wie jene der Sport Austria Finals (2023 zum dritten Mal in Graz, Anm.) immens wichtig, um die Vielfalt unserer Sportkultur aufrecht zu erhalten! An dieser Stelle möchte ich mich insbesondere bei Sportminister Werner Kogler, Finanzminister Magnus Brunner und Bildungsminister Martin Polaschek für die gute, konstruktive Zusammenarbeit und Unterstützung bei vielen Projekten bedanken.“ Nachsatz: „Damit aber aus dem Sportland Österreich tatsächlich einmal eine Sportnation wird, bleibt freilich noch viel zu tun. Das beginnt bei der Verbesserung der Sportinfrastruktur, geht weiter über ein Berufssportgesetz und endet erst dann, wenn sämtliche staatliche Institutionen und der Großteil der Bevölkerung Sport als das begreifen, was er ist: ein Wirtschaftsfaktor (24 Mrd. Wertschöpfung jährlich, Anm.) und ein Gesundheitsmotor (530 Mio. Ersparnis pro Jahr, Anm.) – oder anders gesagt: eine große Chance für das gesamte Land! Aber dafür“, fügt Niessl mit einem Augenzwinkern hinzu, „gibt es in dieser Präsidentschaft ja noch zwei weitere Jahre Zeit…“

ENERGIEKOSTENZUSCHUSS: ANGEKÜNDIGTE UNTERSTÜTZUNG MUSS BEI VEREINEN AUCH ANKOMMEN
Kaum waren die finanziellen Folgen der Pandemie abgefedert, sah sich die Welt und natürlich auch Österreichs Sport mit dem Ukraine-Krieg und dessen Auswirkungen konfrontiert. Wieder ist von Lockdowns die Rede. Diesmal von Teuerungs-Lockdowns in Folge der hohen Energiepreise, die viele Betreiber von Sportstätten vor größte finanzielle Probleme stellen. Und wieder ist die Interessenvertretung Sport Austria als Krisenfeuerwehr gefragt. Niessl: „Dass auch der Sport auf Energieeffizienz achten muss, steht außer Frage. Aber hier muss zum Jahresanfang rasch etwas geschehen und von der Regierung bereits Angekündigtes in die Umsetzung kommen. Aus dem Gemeindepaket und vom Sportministerium soll es ja Unterstützungen geben. Wie diese Hilfen in der Praxis abgewickelt werden sollen, steht allerdings noch immer nicht fest. Ankündigungen allein helfen nichts. Die Unterstützung muss bei den gemeinnützigen Vereinen endlich ankommen.“

Erreichte Finanzierungen in der Krisenzeit 2021+2022 (Beispiele):
Besondere Bundes-Sportförderung: +40 Mio Euro (von 80 auf mindestens 120 Millionen)
NPO-Fonds: 165,5 Mio. Euro (BMKÖS) 
Sportligenfonds: 72 Mio. Euro (BMKÖS) 
Sportbonus: 9 Mio. Euro (BMKÖS) 
World Games: 693.000 Euro (Budget für Team Austria; BMKÖS) 
Sport Austria Finals 1,2 Mio. Euro (BMKÖS, Stadt Graz, Land Steiermark) 
Tägliche Bewegungseinheit: 6,5 Mio. Euro (BMKÖS) 
Bewegt im Park: 690.000 Euro (Anteil Sozialversicherung: 320.000) 
Monat des Schulsports: 2,5 Mio. Euro (BMBWF)

    Insgesamt: 298 Mio. Euro

Weitere Projekte:
Energiekostenzuschuss
Optimierung bürokratischer und administrativer Anforderungen an Fördernehmer:innen 
Verbesserung der Sportinfrastruktur 
Steuerliche Begleitmaßnahmen zur Mobilisierung von privaten Fördermitteln und zur finanziellen Entlastung (Bsp. Spendenabsetzbarkeit) 
Erweiterung von Anstellungsmöglichkeiten im öffentlichen Dienst für Spitzensportler:innen 
Sichere gesetzliche Rahmenbedingungen für Beschäftigungsverhältnisse im Sport durch Schaffung eines Berufssportgesetzes 
Förderung von ehrenamtlich ausgeübten Tätigkeiten im Sport
Hier geht es zum Sport Austria-Jahresbericht

 

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