Skifahrer prallte gegen Liftstütze

Bei einem Skiunfall im April in Lech wurde der Schweizer Skifahrer schwer verletzt. Der 61-Jährige stürzte nach Angaben seines Anwalts Jan Rudigier auf einer Piste der Steinmähderbahn und prallte letztlich neben der Skipiste gegen den ungesicherten Betonsockel einer Liftstütze. Es sei zu befürchten, dass sein Mandant ein Leben lang unter den Nachwirkungen seiner Verletzungen leiden werden, meint der Klagsvertreter. Er habe unter anderem schwere Rückgratverletzungen, eine Hirnblutung und mehrere Knochenbrüche am Oberkörper erlitten.

Der klagende Schwerverletzte fordert in einem Zivilprozess am Landesgericht Feldkirch von den beklagten Lecher Skiliften als Schadenersatz 50.000 Euro, davon 35.000 Euro Schmerzengeld, sowie die mit 30.000 Euro bewertete Haftung für allfällige künftige Schäden.

Befragung an der Unfallstelle. In der ersten Gerichtsverhandlung hat Zivilrichterin Claudia Lüthi beschlossen, dass sie den Kläger und die Zeugen im Beisein des skitechnischen Gutachters am 23. Februar 2023 an der Unfallstelle befragen wird. Die Richterin hat das Verfahren vorerst auf die Frage eingeschränkt, wer in welchem Umfang für den Skiunfall zu haften hat.

Klagsvertreter Rudigier vertritt den Standpunkt, die Lecher Skilifte hätten vollumfänglich zu haften, weil der Betonsockel der Liftstütze nicht gesichert gewesen sei. Nur oberhalb des Betonsockels sei eine Prellmatte angebracht gewesen. Beklagtenvertreter Rupert Manhart hingegen beantragt die Abweisung der Klage, weil den wohl mit überhöhter Geschwindigkeit fahrenden Kläger das Alleinverschulden treffe. Weil die Liftstütze sich sieben bis acht Meter neben dem Pistenrand befinde, habe deren Betonsockel nicht gesichert werden müssen. Richterin Lüthi merkte an, sie lasse möglicherweise ein gerichtsmedizinisches Gutachten zur Frage erstellen, ob die schweren Verletzungen schon beim Sturz auf der Skipiste entstanden seien.

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