Im ersten Rennen nach Mayer war Odermatt eine Klasse für sich

Der Abgang seines Teamkollegen, seines kongenialen Partners im Abfahrtsteam war für Vincent Kriechmayr ein sichtbarer Schock. Doch der Oberösterreicher – 24 Stunden zuvor strahlender Sieger in der Abfahrt von Bormio – zeigte auch nach dem „Mayer-Schock“ ein weiteres Mal seine Klasse und war der Einzige, der mit dem an diesem Tag überragenden Marco Odermatt mithalten konnte.

Oder besser: Er hielt bis zum eisigen Zielhang mit, verlor als einziger Athlet weniger als eine Sekunde auf Marco Odermatt – und die allesamt auf den letzten 20 Fahrsekunden, denn nach 1:10 Minuten war Kriechmayr noch in Führung gelegen. „Müde war ich und dann habe ich es zu taktisch angelegt. Und wenn du es taktisch anlegst und ein anderer bis zum Ende Gas gibt, dann kriegst halt eine aufpaniert“, meinte er. Tatsache war: Odermatt gab Gas, änderte im Vergleich zur Abfahrt („Da habe ich mich nicht ganz wohlgefühlt“) eine Einstellung am Schuh – mit Erfolg: „Heute habe ich mich so gefühlt, als ob ich immer einen Schritt voraus war. In der Abfahrt war ich dagegen immer einen Schritt hinten nach“, meinte der Schweizer nach dem zehnten Podestplatz der Saison und gab zu: „Das war heute wirklich eine perfekte Fahrt, zumindest ab der ersten Zwischenzeit.“

„Der Tag war nicht der einfachste für unser Team, die Stimmung war wirklich komisch“, meinte Kriechmayr, der aber lobte: „Marco ist einfach der Beste zur Zeit, er ist ein fantastischer Skifahrer. Ich habe gesehen, dass die anderen im untersten Teil Probleme hatten, bin vielleicht nicht 100 Prozent gefahren.“ Und doch gab es für die Österreicher auch ohne Matthias Mayer Grund zur Freude: Daniel Hemetsberger jubelte über Platz vier, Stefan Babinsky fuhr auf Platz neun und damit zu seinem zweitbesten Ergebnis, Andreas Ploier fuhr als 17. in seinem ersten Weltcuprennen gleich in die Punkteränge. Und auch Lukas Feurstein holte als 27. erstmals Super-G-Punkte.

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