Die Welt erinnert sich an einen Magier

Das Dekret des scheidenden brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro, das im Amtsblatt veröffentlicht wurde, spricht für sich selbst: „Pelé, der König des Fußballs, war einer der größten Sportler aller Zeiten“, steht da geschrieben. „Der einzige dreifache Weltmeister bewies mit seinen Taten, dass er nicht nur ein großartiger Sportler war, sondern auch ein großer Bürger und Patriot, der den Namen Brasiliens überall bekannt machte.“ Eine dreitägige Staatstrauer wurde nach dem Tod des Fußballkünstlers angeordnet. Am Montag soll der Sarg Pelés vom Albert-Einstein-Krankenhaus in São Paulo in seine Heimatstadt Santos transportiert werden. Dort findet am Dienstag dann die Beerdigung im engsten Familienkreis statt (siehe rechts). Davor findet eine Trauerfeier im Estádio Urbano Caldeira, dem Stadion des FC Santos, statt, wo Pelé aufgebahrt wird. Der Leichenzug soll durch die Straßen Santos’ führen – vorbei auch am Kanal 6, wo Pelés Mutter Dona Celeste wohnt, die kürzlich 100 Jahre alt wurde. Vor dem Stadion des FC Santos wurden Blumen aufgelegt, Menschen trauerten gemeinsam mit Pelé-Fahnen. Das Maracanã-Stadion leuchtete zu Ehren Pelés golden, die Christus-Statue über Rio de Janeiro in den brasilianischen Nationalflaggen. Die Ligen in England, Frankreich, Italien und Spanien gedenken Pelé mit Trauerminuten.

Viel mehr als über den Tod wird aber über das Leben Pelés gesprochen. „Ich hatte ein Privileg, das die jüngeren Brasilianer nicht hatten: Ich habe Pelé spielen sehen“, teilte der künftige Staatspräsident Luiz Inácio Lula da Silva mit. „Er hat eine Gewissheit hinterlassen: Es hat nie eine Rückennummer 10 wie ihn gegeben.“ Nicht die Nummer 10, sondern die Nummer 9 des brasilianischen Fußballgedächtnisses ist Ronaldo, der Brasilien 2002 zum bislang letzten Weltmeistertitel schoss. Auch er würdigte Edson Arantes do Nascimento: „Einzigartig. Genial. Technisch. Kreativ. Perfekt. Unerreicht.“ Pelés Vermächtnis werde Generationen überdauern, schrieb Ronaldo. „Heute und immer werden wir dich feiern. Vielen Dank, Pelé. Ruhe in Frieden.“

Pelé war schon zu Lebzeiten eine Legende. Von der FIFA wurde er – gemeinsam mit Diego Maradona – zum „Spieler des 20. Jahrhunderts“ gekürt. Kein anderer Fußballer wurde drei Mal Weltmeister. Mit 15 Jahren traf er das erste Mal für den FC Santos. Mit 17 zwei Mal in einem WM-Finale. Dass der Brasilianer immer genannt wird, wenn der beste Fußballer aller Zeiten gesucht wird, verwundert nicht. Ferenc Puskás, Real-Madrid-Legende aus Ungarn und bereits verstorben, sagte zu Lebzeiten über den Brasilianer: „Der beste Spieler der Geschichte war Alfredo Di Stéfano. Ich weigere mich, Pelé als Spieler zu klassifizieren. Er war darüber.“

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