Infektionswelle rollt: Ordinationen jetzt entlasten

Durch das gleichzeitige massive Auftreten verschiedener Erkrankungen steht der niedergelassene Bereich derzeit unter erhöhtem Druck, warnt Edgar Wutscher, Vizepräsident der Österreichischen Ärztekammer und Bundeskurienobmann der niedergelassenen Ärzte. Er appelliert an die Bevölkerung, nun besonders verantwortungsbewusst vorzugehen: „Nehmen Sie auch jetzt noch die Möglichkeiten wahr, sich gegen Influenza und COVID impfen zu lassen. Zudem sind gerade jetzt Hygienemaßnahmen wie Händewaschen und die Verwendung von Masken besonders wichtig. Wer das beherzigt, schützt damit nicht nur sich selbst, sondern leistet auch seinen Beitrag für die Stabilität unseres Gesundheitssystems und damit für die Allgemeinheit“, so Wutscher. Ärztinnen und Ärzte sorgen auch in diesen Tagen dafür, dass die Gesundheitsversorgung in gewohnter Qualität aufrecht bleibt. „Dafür möchte ich den Kolleginnen und Kollegen meinen tiefsten Dank aussprechen. Ich möchte aber auch an die Bevölkerung appellieren, alles zu tun, um ihre Ärztinnen und Ärzte zu entlasten.“ Und auch die Politik könnte ihr Scherflein beitragen, allen Beteiligten im Gesundheitssystem das Leben leichter zu machen. „Ein allgemeines Dispensierrecht für Ärztinnen und Ärzte würde ermöglichen, dass Patientinnen und Patienten gleich mit ihrem Medikament aus der Ordination gehen, ohne dass sie krank durch die Weltgeschichte tingeln müssen. Auch auf Medikamentenengpässe könnten wir Ärztinnen und Ärzte damit besser reagieren und so auch den Apotheken viel Zeit ersparen“, erinnert Wutscher.

Dietmar Bayer, stellvertretender Kurienobmann, fordert in diesem Zusammenhang Krankenkassen und Bund auf, in dieser Ausnahmesituation mit finanzieller Unterstützung die Diagnostik zu erleichtern. „Es gibt kombinierte Schnelltests, die uns helfen, schneller die Krankheitsursache zu finden. Es erleichtert und beschleunigt die Behandlung ungemein, wenn wir wissen, ob es sich um COVID, RSV, Influenza, Scharlach oder Angina handelt. Das entlastet nicht nur den Arbeitsalltag, sondern auch das Gesundheitssystem und die Spitäler“, sagt Bayer. Das Problem sei, dass die öffentliche Hand die Kosten für die kombinierten Schnelltests derzeit nicht übernehme. „Die Kosten steigen bei einer kranken Familie dann schnell in den dreistelligen Eurobereich. Viele Patientinnen und Patienten können oder wollen sich das verständlicherweise nicht leisten“, so Bayer, der Kassen und Bund auffordert, diese Kosten zumindest bis in den März hinein zu übernehmen. „In dieser merklich angespannten Situation sollte alles getan werden, um den Betrieb noch effizienter zu machen, auch wenn es Geld kostet – durch die Entlastung des Gesundheitssystems werden sich die Investitionen auf jeden Fall lohnen.“

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