Antonov UR-CIC: Der mysteriöse Todesflug, über den eisern geschwiegen wird

Politik
Antonov UR-CIC: Der mysteriöse Todesflug, über den eisern geschwiegen wird

Ein Flugzeug voller Waffen, 8 Tote, keine Auskünfte: Über die Hintergründe des Absturzes der ukrainischen Antonov UR-CIC in Griechenland am 16. Juli wird so geschwiegen wie über die Explosionen der Nord-Stream-Pipelines in der Ostsee. Der eXXpress war auf Spurensuche.

Richard Schmitt
27. Dezember 2022 17:20

Die Fälle, in denen die europäischen Bürger offenbar nichts mehr über die Hintergründe erfahren dürfen, häufen sich: Zuerst schlug am 10. März mitten in der kroatischen Hauptstadt Zagreb eine meterlange Drohne ein, die mittransportierte 100-Kilo-Bombe detonierte und riss einen 5,5 Meter langen Krater. 96 Autos wurden beschädigt, wie durch ein Wunder gab es keine Todesopfer.

Die österreichische Heeres-Luftaufklärung sah die Drohne kurz über dem ungarischen Luftraum, die Rakete flog aus der Ukraine wie eine Cruise Missile in Bodennähe Richtung Norditalien und Kroatien. Wer diese riesige Drohne sowjetischer Bauart gestartet und gesteuert hat, darüber wird bis heute geschwiegen.

Am 26. September rissen dann 400 Kilo schwere Sprengstoffpakete meterlange Lecks in drei der vier Rohre der russischen Pipelines Nord Stream 1 und 2 in der Ostsee. Mit diesem Terroranschlag in 70 Metern Tiefe wurde die  Energiesicherheit Westeuropas dramatisch gefährdet – bis heute wird über alle Ermittlungsansätze geschwiegen.

Zwischen diesen beiden Vorfällen ereignete sich aber am 16. Juli 2022 ein weiterer mysteriöser Vorfall, der vielleicht auch die ukrainische Regierung belasten könnte: der Absturz des riesigen ukrainischen Frachtflugzeugs Antonov AN-12 BK mit der Kennung UR-CIC nach einer Zwischenlandung im serbischen Nis, acht Menschen starben bei dem Drama in Griechenland. Zahlreiche weitere Explosionen erschütterten die Absturzstelle – es müssen gewaltige Mengen an Waffen und Munition an Bord der Antonov gewesen sein.

Stürzte voll mit Tretminen und Munition über Griechenland ab: die Antonov AN-12BK mit der Kennung UR-CIC
Seit fünf Monaten keine Ermittlungsergebnisse zum Waffentransport

Seit fünfeinhalb Monaten wird über mögliche Hintergründe zu diesem mysteriösen Flugzeugdrama geschwiegen – der eXXpress war deshalb in diesem Fall auf Spurensuche.

Was sofort auffiel: Die Maschine war erst im Februar – also wenige Tage vor Beginn der russischen Invasion – von der ukrainischen Firma Meredian von einem weißrussischen Unternehmen angekauft worden. Just bei diesem Betreiber ist ebenfalls eine Antonov AN-12BK erst sechs Monate zuvor in der Nähe der russischen Stadt Irkutsk abgestürzt, dabei starben sieben Menschen.

Im Juli landete die Antonov AN-12BK mit der Kennung UR-CIC zuerst in Nis, im Süden Serbiens. Mittlerweile soll bekannt sein, was auf diesem Airport in die Maschine verladen worden wäre: Laut den Recherchen von srbin.info wären modernste Tretminen und weitere Waffensysteme sowie große Mengen an Munition in der ukrainische Antonov verstaut worden. Die serbische Firma, die diese Waffen offenbar verkauft hat, ist erst seit 2019 im Waffenhandel tätig.

Und laut srbin.info hätte sich der Besitzer des Unternehmens Valir d.o.o., das nur drei Mitarbeiter haben soll, schon im Jahr 2022 über einen Jahresumsatz von 55 Millionen Euro freuen können. Auf der Homepage von Valir d.o.o. kann online geshoppt werden: Von Pistolen über Scharfschützengewehre, Sturmgewehre, Granatwerfer bis hin zu Raketen wird auf der Website alles angeboten – auch Tretminen, die offenbar in der ukrainischen Antonov AN-12 BK UR-CIC explodiert sind.

Ein Screenshot der Website des Waffenhändlers, der auch seine Waren in die abgestürzte Antonov geladen haben soll.
Details über die Ladung der abgestürzten Antonov könnten Kiew belasten

Das bisherige Schweigen über die Fakten zum Absturz des ukrainischen Waffentransporters über Griechenland könnte zwei wesentliche Gründe haben: Erstens wurde von der Crew der Antonov vermutlich eine falsche Flugroute (über Amman, Jordanien) und eine falsche Enddestination (Bangladesch) angegeben, obwohl die Waffen vermutlich aktuell eher in der Ukraine gebraucht werden als in Südasien – alleine die Mitwisserschaft über diesen mutmaßlichen versuchten Waffenschmuggel würde die Regierung in Kiew ziemlich belasten.

Und zweitens wäre dann auch das Wissen über die Ladung des Frachtflugzeugs alles andere als gut für die stets praktizierte ukrainische Politik der Herzen: Wer modernste Tretminen kauft und damit tötet, gewinnt keinen Beliebtheits-Contest.

Somit ist klar: Nur absolut neutral agierende Ermittler – etwa von EUROPOL – könnten alle drei mysteriösen Kriminalfälle des Jahres 2022 mit sämtlichen politischen Hintergründen aufklären. Falls die Beamten das dürften.

Beim Waffenhändler, der seine Ware in die später abgestürzte Maschine eingeladen haben soll, gibt’s auch Sturmgewehre.
Die Flugroute der ukrainischen Antonov AN-12BK UR-CIC: Über dem Meer wurde der Kurs am 16. Juli plötzlich geändert.
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