Naturgemäß ein Staubkorn

Die Natur ist weder gut noch böse. Sie ist. Wir Erdlinge sehen das aber anders. Für uns Menschen kann die Natur wunderschön sein, schützenswert, entschleunigend. Zuschreibungen wie diese ereilten die Natur spätestens ab dem Zeitpunkt, als der Mensch ein Haus über dem Kopf hatte und sich in Städten organisierte. Die Natur kann für unsereins aber auch furchteinflößend und rücksichtslos sein. Der Lawinenabgang in Lech, der wie durch ein Wunder keine Toten forderte, zeigt das. Aber auch die anhaltenden Schneestürme in den USA erinnern daran. In der maximalen Zivilisation – im Bundesstaat New York – starben bei Temperaturen von bis zu minus 40 Grad Dutzende Menschen. Tausende strandeten am Flughafen, verpassten Weihnachten.

Digitales Zeitalter? Technologische Theokratie? Big Apple? Von wegen! Gegen die Natur sind wir winzig; ein Staubkorn in der Galaxie, ein kurzes Niesen im ewigen Eis, nicht mehr als ein Blinzeln im Licht der Sonne. Ein bisschen Demut täte uns gut, naturgemäß.

Julian Melichar

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