Bezirk St. Pölten: Mann bedrohte Ex-Frau mit Waffe

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Bezirk St. Pölten:

Mann bedrohte Ex-Frau mit Waffe

Am Mittwoch bedrohte ein Mann seine Ex-Frau mit einem Kleinkaliber-Gewehr. Die Frau blieb unverletzt, der Mann wurde widerstandslos festgenommen.

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Böheimkirchen, 17. August 2022 | Ein 55-Jähriger hat in Böheimkirchen (Bezirk St. Pölten) seine Ex-Ehefrau mit einem Kleinkaliber-Gewehr bedroht und damit einen Polizeieinsatz ausgelöst. Die 47-Jährige blieb nach Angaben der Exekutive vom Mittwoch unverletzt. Der stark alkoholisierte Beschuldigte wurde festgenommen und in die Justizanstalt St. Pölten eingeliefert.

Beschuldigter schoss auf Auto, zielte auf Frau

Das Einsatzkommando Cobra, die schnelle Interventionsgruppe sowie mehrere Streifen des Bezirkes St. Pölten waren am Montagnachmittag nach Hinterberg, eine Katastralgemeinde von Böheimkirchen, gerufen worden. Die 47-Jährige sagte aus, dass ihr Ex-Mann sie zunächst telefonisch aufgefordert habe, das gemeinsame Haus mit ihrem neuen Freund binnen 15 Minuten zu verlassen. Wenig später habe der Beschuldigte mit dem Kleinkaliber-Gewehr auf die Beifahrertür ihres geparkten Fahrzeuges geschossen. Die Tür wurde beschädigt, zudem zerbarst eine Scheibe.

Im Wohnhaus soll der 55-Jährige dann seine Forderung erneuert und mit dem Gewehr auf die Oberschenkel seiner Ex-Frau gezielt haben. Im Anschluss verließ der Beschuldigte das Objekt und schoss dabei laut Polizei zweimal in die Luft.

Festnahme und vorläufiges Waffenverbot

Der 55-Jährige wurde an Ort und Stelle festgenommen. Er leistete keinen Widerstand, der Einsatz der Cobra wurde daraufhin widerrufen.

Bei einer freiwilligen Nachschau wurden im Haus ein weiteres Kleinkalibergewehr, eine Gaspistole, drei Messer und ein Bajonett des 55-Jährigen sichergestellt. Gegen den Mann wurde ein vorläufiges Waffenverbot ausgesprochen.

Durchschnittlich drei Frauenmorde monatlich in Österreich

Laut den Autonomen Österreichischen Frauenhäusern (AÖF) werden monatlich im Schnitt etwa drei Frauen ermordet. Beim überwiegenden Teil der Frauenmorde steht der Täter in einem Beziehungs- oder Familienverhältnis zum Opfer.

Für 2022 verzeichnen die AÖF bereits 22 mutmaßliche Femizide. Ein Femizid ist die vorsätzliche Tötung einer Frau durch einen Mann aufgrund ihres Geschlechts oder deshalb, weil sie gegen die ihr traditionell zugeschriebene Rolle verstoßen hat. Femizide sind Hassverbrechen.

Hilfenummern

In Österreich finden Frauen, die Gewalt erleben, Hilfe und Informationen unter:

Frauen-Helpline: 0800-222-555 (kostenlos und rund um die Uhr)
Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser (AÖF)
Wiener Interventionsstelle gegen Gewalt in der Familie
24-Stunden Frauennotruf der Stadt Wien: 01-71719
Frauenhaus-Notruf unter 057722

Anlaufstellen für Männer in Krisen- und Gewaltsituationen, Beratung in Krisen sowie zur Prävention und Beendigung von Gewalt in der Familie:

Männernotruf: 0800 246 247
Männerinfo: 0720 70 44 00

Telefon-, E-Mail- und Chat-Beratung für Menschen in schwierigen Lebenssituationen oder Krisenzeiten:

Telefonseelsorge: 142 (Notruf), täglich 0–24 Uhr

(red/apa)

Titelbild: BARBARA GINDL / APA / picturedesk.com

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