Die nächste Pandemie ist nur eine Frage der Zeit

Der Kampf gegen schädliche Krankheitserreger ist seit jeher von Ungerechtigkeit geprägt. So auch im Fall von COVID‑19: Weltweit sind 11,9 Milliarden Impfdosen verabreicht worden – eine beispiellose Zahl –, was vielen Ländern dabei geholfen hat, die Pandemie in den Griff zu bekommen. Doch in Afrika sind über 80 % der Bevölkerung noch immer ungeimpft – und das eineinhalb Jahre, nachdem der erste Mensch geimpft wurde. Solange diese Lücke nicht geschlossen wird, können wir weder die Welt vor neuen Virusvarianten schützen noch die akute Phase dieser Pandemie beenden.

Dank bahnbrechender Innovationen wurden in Rekordzeit wirksame Impfstoffe zum Schutz gegen COVID‑19 entwickelt. Zu Beginn der Impfkampagne konzentrierte sich die Produktion von Impfstoffen und anderen Gesundheitstechnologien jedoch auf einige wenige, meist wohlhabende Länder. Ärmere Staaten mussten sich hinten anstellen. Inzwischen hat sich die Lage geändert: Das weltweite Angebot übersteigt mittlerweile die weltweite Nachfrage. Die internationale Gemeinschaft hat mithilfe des ACT‑Accelerator und der COVAX‑Plattform maßgeblich dazu beigetragen. Es hat sich gezeigt, dass der Kampf gegen Krankheiten wie COVID‑19 einer umfassenden Vorsorge sowie neuer Herangehensweisen bedarf, damit das Gesundheitswesen nicht in Mitleidenschaft gezogen wird.

Die zentralen Herausforderungen bestehen nun darin, weiterhin die Wirksamkeit der Impfstoffe zu gewährleisten, in den einzelnen Ländern die Kapazitäten des Gesundheitswesens zur Verabreichung von Impfungen und zur Erhöhung der Impfquote zu stärken sowie dem unablässigen Strom von Desinformation entgegenzuwirken, der zur Impfskepsis beiträgt.

Die Welt braucht Impfstoffproduktion vor Ort

Die Pandemie hat uns deutlich vor Augen geführt, dass wir die lokale und regionale Produktion von Impfstoffen und anderen wichtigen Gesundheitsprodukten in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen ausweiten müssen. Dies ermöglicht sowohl den direkten Zugang zu Impfstoffen als auch die Entwicklung lokaler Strukturen für die Impfstoffproduktion. Dadurch wird bei künftigen Krisen eine zuverlässigere und gerechtere Versorgung gewährleistet, sofern die globalen Versorgungsketten nicht gestört sind.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO), die Afrikanische Union, die Europäische Union, die Regierungen von Südafrika, Ruanda, Senegal, Deutschland und Frankreich und ihre Partner sind bemüht, die Industrie und ihre Partner beim Ausbau der lokalen Impfstoffproduktion zu unterstützen und die Zusammenarbeit auf globaler und regionaler Ebene zu verbessern, um künftigen Pandemien vorzubeugen und sie zu bekämpfen. Es dient unserer gemeinsamen Gesundheitssicherheit, wenn wir gemeinschaftlich investieren, damit alle Regionen der Welt über eine moderne Produktionsinfrastruktur, gut ausgebildetes Personal sowie geeignete institutionelle und regulatorische Voraussetzungen verfügen.

Die WHO unterstützt multilaterale Bemühungen zur Entwicklung und Verbreitung der mRNA-Technologie in Entwicklungsländern.

Die mRNA-Technologie ist ein Schlüssel

Vor einem Jahr haben die WHO, Südafrika und der Patentpool für Medikamente mit Unterstützung der EU, Frankreichs, Deutschlands sowie weiterer lokaler und internationaler Partner in Kapstadt ein Technologietransferzentrum für mRNA-Impfstoffe gegründet. Ziel des Zentrums ist es, zur Verbreitung dieser Technologie in Entwicklungsländern beizutragen, indem Hersteller durch Ausbildung und Lizenzvergabe in die Lage versetzt werden, ihre eigenen Impfstoffe für die einzelnen Länder und Regionen zu produzieren.

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